fbpx

Kinder wollen nicht immer eine Sprache lernen. Egal, ob es in einer Familie „natürlich“ mehrere Sprachen gibt oder man als monolinguale Familie eine Fremdsprache lernt.

Kinder streiken.

So passiert es auch mit meiner Tochter. Wenn wir ein Buch auf Englisch anschauen, dann sagt sie manchmal: „Mama, red doch bitte normal!“, wenn wir ein spanisches Lied singen, ärgert sie sich und meint: „Warum gibt es keinen normalen Text?“. Mit „normal“ meint sie natürlich Deutsch, unsere Familiensprache.

Wie reagiert man?

Hier gibt es nicht EINE Antwort, sondern für jede Familie eine individuelle… Jede Situation und jedes Familiensystem ist ganz anders.

Ich garantiere dir aber, folgende vier (oder besser fünf) Schritte werden dir weiterhelfen:

Schritt 0: Bleib locker, alles geht vorbei! 

Schritt 1: Finde dein Warum!

 

Warum bringst du diese Sprache in die Familie? Ist es deine Liebe zu Sprachen? Deine Reiselust? Ist es eine Oma aus Deutschland? Deine Schwester, die in Österreich wohnt? Möchtest du einfach deine Kinder optimal fördern?
Alle diese Gründe sind legitim und wunderbar! Mein Tipp: Schreibe sie auf!

 

Bei mir ist es so:
Ich liebe Sprachen und Reisen!
Meine Sprachen haben mir so viele Türen geöffnet.
Ich habe dadurch so viele wunderschöne Erlebnisse gesammelt.
DAS möchte ich meinen Kindern weitergeben.

 

Schritt 2: Trenne deine Ziele für DICH von deinen Wünschen für dein KIND.

Manchmal wünsche ich mir etwas für meine Kinder, was ich selbst nicht geschafft habe. Kennst du das auch? Ich habe zum Beispiel als Kind nicht gut schwimmen gelernt. Erst als Erwachsene habe ich es trainiert. Deshalb will ich unbedingt, dass meine Kinder gut schwimmen können.

Das ist nicht zwingend gut oder schlecht. ABER wir müssen uns dessen bewusst sein. Warum ist das wichtig? Ich erkläre es dir am Beispiel meiner Familie:

Mein Ziel für MICH
Ich möchte besser Spanisch lernen. Ich möchte mich gut und sicher auf Spanisch unterhalten können.

Mein Wunsch für meine KINDER:
Sie sollen FREUDE am Lernen von und Spielen mit Sprache haben.
Sie sollen FRÜH mit Fremdsprachen in Kontakt kommen, weil sie dadurch viele Vorteile haben.

Ich weiß also, ich habe das Ziel, besser Spanisch zu sprechen. Das heißt, ich sollte mir einen Spanisch-Coach suchen (Bist du Spanischlehrer/in? Dann melde dich bei mir! :)) Aber im Bezug auf meine Kinder ist es mir egal, ob sie gut Spanisch sprechen können. Die Freude am Sprachenlernen ist für mich viel wichtiger! Deshalb kann ich locker reagieren, wenn meine Tochter gerade lieber Deutsch von mir hören möchte und überlege mir einen langfristigen Plan, wie ich ihr diese Freude am Sprachenlernen vermitteln kann.

Schritt 3: Sei deinem Kind ein Vorbild!

Wenn du möchtest, dass dein Kind lernt, dann lerne selbst. Lies Bücher in einer anderen Sprache. Suche dir DEINE Lieblingssongs auf Deutsch und mach dir eine CD damit. Musik, die dich begeistert. Lerne die Texte auswendig und singe sie beim Kochen, Autofahren, etc.
Mach dir ein Plakat mit drei Wörtern oder Sätzen der Woche, die du dir merken möchtest und hänge es im Wohnzimmer auf. Zeichne etwas auf das Plakat. Dein Kind wird das bemerken und Fragen stellen.
Hast du eine Zeit lang im deutschsprachigen Raum gewohnt? Dann hol die alten Fotobücher aus dem Schrank und zeige sie deinem Kind. Erzähle ihm von deinen Erfahrungen. 

Achtung: Viele machen Schritt 3 nicht! Das ist der größte Fehler!

Möchtest du dein eigenes Deutsch verbessern? Dann komm in den Elternstammtisch, wo du gemeinsam mit anderen Eltern in entspannter Atmosphäre deine Deutschkompetenz aufbaust.

Schritt 4: Mach die Sprache interessant für dein Kind!

Sorge dafür, dass dein Kind die Sprache erlebt. Gibt es Nachbarn, die Deutsch sprechen? Gibt es Kinder, die Deutsch können? Kannst du eine deutschsprachige Babysitterin engagieren? Hast du ein Lieblingsessen aus dem deutschsprachigen Raum? Dann koch es gemeinsam.

Finde deutsche Ressourcen für die Interessen deines Kindes. Mag dein Kind Ritter? Dann finde ein Ritterbuch! Liebt dein Kind Experimente? Dann suche YouTube-Tutorials auf Deutsch! Wenn du Tipps brauchst, komm in die Welearngerman-Familie auf Facebook. Hier gebe ich dir viele Tipps und Impulse!

Viel Spaß beim gemeinsamen Lernen und Wachsen wünscht

Brigitte