fbpx

Meine kleine Tochter, gerade 1,5, baut mit Liebe Türme und wirft sie noch lieber um, umarmt ihre Puppen und fährt mit dem Feuerwehrauto durch die Gegend. Meine große Tochter turnt auf Matten, stapelt Kissen und probiert aus, wie hoch sie springen kann. Danach trifft sie sich mit ihren (manchmal imaginären) Freunden und macht ein Picknick. Kommt dir das bekannt vor?

Kinder spielen, spielen, spielen.

 

Möchtest du auch dein Deutsch üben? Dann sage ich: Nimm dir ein Beispiel an den Kindern!

 

Spiel ist Spaß und “Pflicht”

Was bedeutet das Spiel für unsere Kinder? Spiel ist ein Vergnügen! Aber nicht nur! Durch das Spiel und die Bewegung lernen die Kinder ihre Umgebung und deren Regeln kennen. Sie üben die physikalische Regeln (der Turm fällt um, was wird kaputt?), ihre Rolle in der Welt und lernen natürlich auch (die deutsche) Sprache im Spiel. Ohne Spiel würden die Kinder sich nicht gesund entwickeln!

 

Beim Einkaufen und beim Doktor 

Wenn Kinder das Rollenspiel entdecken, üben sie auch die Sprache dieser Rollen ein. Wenn ein Kind z. B. einkaufen spielt, dann probiert es die Höflichkeitsfloskeln aus, die es von Mama und Papa im Supermarkt hört. Für deutschsprachige Kinder ist das Erlernen des höflichen „Sie“ auch ein großer Schritt, da sie selbst mit „Du“ angesprochen werden und die höfliche Anrede anfangs nicht relevant für sie ist. Schritt für Schritt aber erkennen die Kinder dieses Phänomen und probieren es aus. Beim Arzt, beim Einkaufen, …

 

 

Kinder sollen plappern!

Sophia (4) spielt mit ihrer Freundin ein Rollenspiel. Sie kaufen und verkaufen und fahren dann mit dem Zug in ein anderes Land. Sophia schlägt ihrer Freundin vor: „Sprechen wir jetzt Englisch?“ – „Ja, klar!“.

Da der Wortschatz der beiden bei weitem nicht ausreicht, um ihr Spiel zu begleiten, sprechen sie Fantasie-Englisch und benutzen den „Sound“, den sie bereits von ihren Englisch-Interaktionen kennen, um weiter zu spielen. Das klingt dann wie :„Ischawei sou you great good seeyoulater!“. Was für ein Spaß!

Soll ich sie korrigieren? Nein, niemals!

Plappern ist großartig! Denn es bedeutet, dass auch monolinguale Kinder bemerken: Ich kann mich in mehreren Sprachen ausdrücken. Dass die Kinder nicht alle Wörter kennen, ist ihnen egal und hindert sie nicht daran, es auszuprobieren. Die Freiheit sollen wir ihnen nicht nehmen.

Also mach nicht den Fehler, zu verbessern, sondern zeige dein Interesse an der Sprache „Ich sehe, du sprichst…!“ und gehe dann als sprachliches Vorbild voran. Probiere selbst die Sprache im Spiel aus, auch wenn du nicht alles zu 100% weißt.

Gib dir selbst die Freiheit, mit der Sprache und in der Sprache zu spielen!

Bitte schreib mir: Welche Spiele spielt dein Kind gern? Interagierst du im Spiel auf Deutsch mit deinen Kindern?